Program

Saturday, May 19 2012

Items
17:00
Event

Volle Kraft Spektakel präsentiert einen Theaterabend auf der MS Stubnitz

17:00 HinundheR von Ursina Tossi - Tanzperformance
17:45 (Klang)Performance Zapfenstreich von Johannes Miethke - Musik
18:00 Following-Thessa von der Theatergruppe Kontrastmittel - Theater
19:30 So klingt das Meer von Nikoletta Anastasiou - Musik
20:30 Warteraum Zukunft von Olliver Kluck(Autor)/Marie Bues(Regie) - Theater

1700
entrance fee:15
17:01
Performance

HinundheR von Ursina Tossi - Tanzperformance

"Es ist nicht einfach, die Dinge von der Mitte her zu sehen, statt von oben auf sie herabzusehen oder von unten zu ihnen hinauf, oder von links nach rechts und umgekehrt. Versucht es, und ihr werdet sehen, dass sich alles ändert."(Gilles Deleuze/Felix Guattari, Tausend Plateaus, Berlin 1992, S.39)

1701
17:45
Live

(Klang)Performance Zapfenstreich von Johannes Miethke - Musik

"Schlag (Streich) auf den Zapfen, mit welchem das Spundloch des Weinfasses verschlossen und der Ausschank beendet wurde." (Quelle:Wiktionary)

Live Übertragung: Der Wulff ist zum letzten Buffett ins Schloß verschwunden noch mal winkend. Fast niemand ist mehr zu sehen. Nur das hell erleuchtete Schloß. Und Soldaten in schmucken Uniformen.Und zu hören die Trommeln, das Marschiren der abziehenden Soldaten, die Vuvuzelas von der anderen Seite des Zaunes...

Ein Klangstück von Johannes Miethke über den Anachronismus politisch / militärischer Rituale.

1745
18:00
Theatre

Following-Thessa von der Theatergruppe Kontrastmittel - Theater

Wir gehen ans Netz, interaktiv, 283 friends, top connected - ich weiß was geht,die ganze Welt zum Ortstarif. Wir sind jung, wir sind frei, vernetzt und global.
Von wegen "Online ist auch nur ein Konzept!" Euer altes Leben wollen wir nicht, wir brauchen keine Ideologie.
Wir sind kreativ. Wir wissen, wie man ein gutes Leben führt.
Immer dabei, ein Klick und ich entscheide, wie's weiter geht...
Der Versuch einer (inter)aktiven Annäherung ans Social Network. In realtime mit unseren Freunden Hannah, Victor, Jules, Nele, Olli, Ulf, Petra, Hajound Helene durch das (virtuelle) Theater der Liebe, Anerkennung,Angst, Kreativität und Sehnsucht.

1800
19:00
Radio show

Stubnitz Plattenfroster @ Lohro 90,2

Stubnitz Plattenfroster @ Lohro 90,2

Das Mutterschiff fischt in seinem Medien- Archiv und präsentiert die besten und aktuellsten Fänge.

Heute:
Best Of Bremen 2012 II
mit
Tera Melos (Math Rock, USA)
Knalpot (Avantgarde Jazz Rock, NL)
Infinite Livez (Electronic / Rap, UK)
Misha Feigin & Heinz Peter Hoffmann (Folk / Jazz, USA + DE)
Albatre (Jazz Core, NL)
La Otracina (Psychedelic Rock, USA)
Mörser (Grindcore / Speed Metal, DE)

1900
19:30
Live

So klingt das Meer von Nikoletta Anastasiou - Musik

Nikoletta Anastasiou kommt aus Griechenland. Sie ist Sängerin, Künstlerin und schreibt sich selbst die Songs.
Die Musik ihrer Lieder ist Traditionell aus aller Welt (z.B. Afrika, Lappland...)
Ihre Texte sind der Weg ins innere Ich. Der Weg sich selbst zu finden im Einklang mit der Natur.
Ihre Musikinstrumente sind Gegenstände der Natur: Hölzer, Steine, etc. und Alltagsgegenstände...

1930
20:00
Event

Reflector + The Striggles

Sludge / Noise Rock
Zwei Projekte vom Wiener Label ‚Noise Appeal’

2000
20:30
Theatre

Warteraum Zukunft

von Olliver Kluck(Autor)/Marie Bues(Regie)
Schauspieler:Katharina Behrens /Matthias Lier

Arbeit ist so schädlich / Arbeit ist total schädlich, Arbeit ist ultraschädlich, Arbeit ist die totale Beschädigung, der Megaschaden, wenn ich das mal so sagen darf / hoffentlich ist bald Feierabend.
Mit dem Stück Warteraum Zukunft hat der Autor Oliver Kluck, Jahrgang 1980, den vielleicht empfindsamsten Nerv seiner Generation getroffen. Man quält sich durch das Abitur, hetzt durch das Studium, ein Praktikum schließt ans nächste an, Promotion kurz nach dem Abschluss und endlich der ersehnte Beruftseinstieg - und dann? Nach zwei Jahren, eventuell auch schon früher, fühlt man sich leer, ausgebrannt, einsam und unverstanden. Man arbeitet 12 bis 14 Stunden am Tag, um die Karriere voranzutreiben, will etwas schaffen, sich beweisen und steht plötzlich völlig allein da. Trotz Schufterei findet man nicht die Anerkennung, die man meint verdient zu haben. Die Beziehung zum Partner ist plötzlich beendet, die Lust an der Liebe wird durch das dringende Bedürfnis zum Ausruhen abgelöst. Freunde und Bekannte dezimieren sich auch immer mehr. Was bleibt ist der Smalltalk mit den Kollegen, die alle im selben Boot sitzen. Der Mut zum Aufbegehren, zur Neuorientierung um dem Leben wieder einen positive Sinn zu geben, steht die Angst vor dem Versagen im Weg. Zu groß sind die finanziellen und persönlichen Unsicherheiten der Arbeitsmaschine Mensch. Denn der Arbeitsmensch als Teil der kollektiven Masse hat sich schon längst aufgegeben. Man versucht sich nur noch am Funktionieren.

2030
21:00
Live

Reflector

"Pass", das neue Studioalbum des Brachial-Duos Reflector, umschifft wie schon bei deren Releases in der Vergangenheit wieder einmal gekonnt sämtliche Genres, in die man es vorschnell einordnen könnte. Ist es Metal? Doom? Noise-Rock? Avantgarde? Irgendwie spielt das auch keine große Rolle, denn sobald man die CD eingelegt und den Lautstärkeregler der heimischen Stereoanlage nach oben gedreht hat, sorgt man sich um keine intellektuelle Standortbestimmung der Band mehr, sondern ist eher damit beschäftigt, sich irgendwo festzuhalten: Was sich da ab Track Nr. 1, "Done and Gone" aus den Boxen wälzt, ist ein elektrischer Sturm, der gnadenlos alles niederdrückt, was sich ihm in den Weg stellt.
Reflector singen wieder das Hohelied des Gitarrenfeedbacks, in einen derben Mantel aus dumpfen und doch messerscharf-präzisen Drumbeats gehüllt. Knurrig reiht sich Riff an Riff, zwischendurch mit Gewalt an der Leine gehalten wie ein blutdurstiger Pittbull, bevor diese Leine dem Druck nicht mehr standhält und der Hörer in weiteren, blitzschnell losgelassenen Kaskaden von High-Voltage-Sound ertrinkt.

Trotz all der lustvoll zelebrierten Brutalität bewegen sich Reflector auf ihrem neuen Album übrigens leicht wie Tänzer; möglich macht das die beispiellose Disziplin des Songwritings, erlernt in 12 Jahren ununterbrochener Bandgeschichte, immer wieder erprobt in unzähligen Live-Auftritten und in doomigen Marksteinen wie dem Selftitled-Debüt auf CD 2001 (erschienen auf Erdkampf/Dusk) , dem zweimal eingespielten Klassiker "Flugangst" (2002 auf tonto, 2007 auf dem Kultlabel "Rock is Hell") und natürlich auf der 2006 auf Noiseappeal erschienen CD "Phantoms".
Es sollen hier bewusst keine musikalischen Vorbilder zitiert werden, denn nach so langer Zeit haben Reflector ihren Stil so weit verfeinert und gefestigt, dass man sie selbst als Einfluss zitieren kann. Für Unkundige sei hier nur kurz angerissen, dass auch das neue Werk "Pass" wieder auf den Pfaden des von Fans heute noch fast religiös vereehrten Sludge - Genres wandelt, obwohl Reflector natürlich wie immer gerne für Irritationen und Überraschungseffekte gut sind: da werden Riffs geduldig, fast mantra-artig wiederholt, aufgebaut, nur um dann statt dem erwarteten Befreiungsschlag in plötzliche Stille zu münden oder in den nächsten Song abzubiegen. Reflector verstehen es sehr geschickt, Klischees und Langeweile zu umspielen; und wenn man es am wenigsten erwartet, tauchen dann meditativ-akustische Klänge ("Keep Your Heart Out") oder auch mal rauhe, gebellte Vocals auf, die für kurze Momente um die Herrschaft mit der explosiven Gitarren/Drum-Einheit kämpfen, bevor der Hörer bereits zum nächsten Sounderlebnis gerissen wird. Und zum nächsten. Und zum nächsten.

(dr. nachtstrom (fm4 - house of pain))

2100
22:00
Live

The striggles

THE STRIGGLES -
STRIGGCATMUMMY

Ältere Herren fühlen sich demonstrativ unverstanden. So liest sich das Info, zusammengefasst. Ob ich daran was ändern kann, wenn ich hier mitteile, dass der Noise dieser verkopft komponierenden guten Musiker lavagleich zäh aus meinen Boxen fließt, kompromisslos träge gerade im Moment, sonst auch mal fett rockend um sich selbst wirbelnd, auf der Suche nach dem eigenen Freerockklang, nach geschichtetem Gebirge, nur partiell fündig, überzeugt und überzeugend, scheinbar lässig rhythmische Inkontinenz einstreuend als Stilmittel gegen den geraden Strich? Dass mir das zu viel Kopf ist und zu wenig Emotion? Zu gewollt und zu wenig selbstverständlich? Die Stimme etwas kalt und wenig einladend? Dass ich Tyro so spannend und richtungweisend finde, weil es nicht nur so tut, als wäre da ein roter Faden oder eine Philosophie dahinter? Weil ich dazu den Atem anhalten kann. Die Zeit wirklich zum träg wackelnden Kreisel wird, ein Trip. Deshalb mag ich diesen scheinbar ewig währenden Track 9. Trotz der Inkontinenz. Nicht wegen. Meine Herren, wenn Ihr etwas weniger wolltet, dann, glaube ich, wäre es etwas mehr. Aber-davonab: Klasse-Musiker seid Ihr.
9 Punkte

Andrasch Neunert / noisy neighbours / 2011

THE STRIGGLES - Striggcatmummy

2LP Noise Appeal

Das Bandinfo, das mir zur Abwechslung mal erzählen will, wie grausig THE STRIGGLES sind, macht einem die Jungs eigentlich sympathisch; musikalisch ist das auch größtenteils durchaus annehmbar. Da werden basslastige Riffs gepumpt, die mal an PRIMUS oder an die Energie der frühen CLUTCH
erinnern, angereichert mit Noise oder elektronischen Sperenzchen. Auf Seite C findet sich dann ein 20-minütiges Monotoniemonument namens "Tyro", das mit seinen ständig wiederkehrenden Figuren an ähnlich gelagerte Stücke von SHELLAC erinnert, auch wenn hier das Auflösen der zuvor aufgebauten Spannung eher bescheiden ausfällt.

Das Problem dieser Platte ist leider der Gesang, der genauso abwechslungsreich, aber penetrant aufgesetzt daherkommt. Mal klingt er nach WEEN oder Zappa, mal wird in Mike Patton-Manier gecroont ("Dino"), nur um Klassen schlechter, mal erinnert es gar an Pfeifenbands wie die BANANAFISHBONES. Nichts davon passt aber zur Musik, und irgendwann gehen einem die ganzen Ironiezaunpfähle, mit denen hier gewunken wird, auf die Brezel.
Sorry, Jungs. Nicht meine Baustelle.

Ox-Fanzine 97 - Stefan Gaffory

THE STRIGGLES - StriggCatMummy

Auf die Striggles ist Verlass. Seit dem 2008 erschienenen Debüt "Expressionism" fällt das steirische Quartett durch Noiserock auf, der sich keinen Genrekonventionen unterwirft, sondern dem Prinzip des lustvoll-lässigem Sich-Austobens folgt. Das bereits dritte Album ist als limitiertes Doppelvinyl erhältlich, und gleich der Auftaktsong gibt in Striggles'scher Herzlichkeit das Motto vor: "Fuck You". Es folgt weit mehr als eine Stunde vertrackte, dynamische, bluesgetränkte und dem Irrsinn zugeneigte Rockwüterei, die aber durchaus zum Scherzen aufgelegt ist. (GS)

Falter 30 / 2011

THE STRIGGLES - STRIGGCATMUMMY

Label: Noise Appeal / Rock Is Hell

Schon "Aloha" war, wie man hier irgendwo nachlesen kann, kaum leichte Kost. Ich behaupte mal, dass "StriggCatMummy" gar noch ein bisschen abgefahrener, kaputter, mit mehr Schabernack vollgepumpter und lustiger ist. Noise-Rock mit dem Schalk im Nacken quasi.

Begriffe wie "Mainstream" und "Erfolg" haben für die Grazer keine nachhaltige Bedeutung. Vielmehr machen sie genau das, wo sie so gerade Lust drauf haben. Eine sehr merkwürdige Bass/Gequitsche-Ruhephase mitten im Noise-Sturm zum Beispiel ("Noi") oder 90er-Alternative-vollgesogene Nachvollziehbarkeit ("Tauchen") gleich nacheinander? Auf jeden Fall. Im Grossen und Ganzen kann man das hier als Noise-Rock mit einem gesunden Experimentiergeist bezeichnen, die Slide Gitarre etwa trifft man auch nicht jeden Tag an. Shellac, Sonic Youth und Melvins zusammen mit tausend anderen Ideen. Dabei sind die Songs keineswegs zufällig, sondern einfach vielseitig. Hinter jedem dunklen Abgrund findet sich jedoch ein toller Moment.

Schatzsucher sind also hiermit sehr gut bedient. Fans von harter Musik, die genug haben von Bands mit einer zehnminütigen Halbwertszeit, ebenso. Anstrengend aber lohnenswert!

Doppelvinyl (180 Gramm) limitiert auf 300 Exemplare.

reto / http://www.pitfire.net/

The STRIGGLES StriggCatMummy

Bester Tritt in die Eier seit langem! Auf einer Doppel-LP aufbereiteter und exaktest choreographierter Gewaltmarsch über milimetergenau sitzenden Noise Rock samt bluesgetränkter Slidegitarren. Schlagzeuger Kajkut-Striggle prügelt jede Gehirnzelle einzeln durch, Sänger Plass-Striggle beherrscht sein Fach vom tiefen Growlen bis zum Countertenor. Ich hab's mir mittlerweile schon unzählige Male angehört und noch immer keinen Fehler entdeckt. Versuch du mal.

Rokko / Rokko's Adventures /2011

The STRIGGLES StriggCatMummy

Reviewed by Ted Reynolds

I think this band is from Austria, each member looks quite terrifying.

Its not too bad though, it sort of reminds me of something like the Melvin's, or Jesus Lizard maybe, and a bit Steel Pole Bathtub. I'm guessing the band like stuff like Frank Zappa, the vocals lean towards that. Nasty sounding guitar, the kind of sound designed to annoy people.

The first song started like that Led Zeppelin song about the hammer of the gods (I don't know what that song is called, I only know the first couple of minutes because I've seen School of Rock.)

If you like the above, then I suspect you would enjoy this, I've only dabbled in that sort of thing, but this seems like a good example of it.

http://www.collective-zine.co.uk

THE STRIGGLES

striggcatmummy

Rock is Hell/noise appeal / rec: 10

Rock mit ausgeprägtem Hang zum Experiment kredenzen, nein, katapultieren The Striggles auf den Präsentierteller. Immerhin haben wir es mit den local heroes der Murmetropole zu tun, quasi mit den steirischen Bulbul. Die einst von freiStil-Genossen Stefan Rois kreierte Definition des (schwer)metallisch beschaffenen Rock'n'Roll - hack hackhackhack hackhack - gilt erwartungsgemäß auch für diese dunkel schillernde Combo. The Striggles machen nämlich Nägel mit Köpfen und zeigen uns unmissverständlich, wo der Bartl den dazugehörigen Hammer holt. Alles hat eine schöne Schwere und eine Ernsthaftigkeit, die jegliche Form distanzierender Ironie kategorisch ausschließt. Schließlich haben wir es hier mit ernster Musik zu tun, nicht mit Larifari. Nicht selten treffen wir auf schräg verzerrte, quer gegeneinander verzerrte Gitarren, einmal auf geradlinige, dann wieder auf gegenläufige Rhythmen. Wie alles auf dem Rock is Hell-Label ist auch "StriggCatMummy" mit Liebe verarbeitet: 180 Gramm Vinyl, feines Cover; passend zur grob namhaft gemachten Besetzung Lepenik, Krienzer, Plass - und jenem Kajkut am schwer bewaffneten Schlagzeug, von dem in dieser Gazette in absehbarer Zukunft noch als Komponist die Rede sein wird. Heller irrt wieder einmal: Die wahren Abenteuer sind selbstverständlich nicht im Kopf, sondern befinden sich im konkreten Fall auf den Seiten 3 und 4 dieser Prachtplatte. Großes, extrabreit angelegtes Rocktheater, das in "Tyro", dem einzigen Stück auf Seite 3 der Doppel-LP, epische Ausmaße annimmt, um, eingeleitet von einem knochentrockenen "Flesh", im finalen "Dino", das überraschend leichtfüßig tänzelt, den opernmäßigen Gipfelpunkt zu erklimmen. Apropos Oper, und falls das bis jetzt noch nicht klar geworden ist: "StriggCatMummy" muss als Opus magnum der Striggles verhandelt werden. (felix)

(Freistil_37, felix, Platte der Monate Juni / Juli 2011)

STRIGGLES "StriggCatMummy" - ROCK IS HELL - 2xLP

Limitierte Doppel-LP in einer Auflage von 300(!) Exemplaren, auf schweres 180g-Vinyl gepresst, verpackt im fetten Klappcover, inclusive Beilagen! Die STRIGGLES aus Graz in der Steiermark sind eine der kreativsten und beeindruckendsten aktuellen Noise-Rock Bands! Während des Hörens kommen einem etliche Referenzen in den Sinn, von CAPTAIN BEEFHEART und CAN, über TAR, TOMAHAWK, MELVINS zu SONIC YOUTH, SHELLAC und zurück zu LED ZEP... Aber ihr experimenteller, dekonstruktivistischer und destruktiver Sound und Stil hat letztlich seine ganz eigene Klasse! Nicht ganz so überraschend wenn man weiss, dass Gitarrist Robert Lepenik u.A. schon in den frühen 90er Jahren bei den österreichischen Noise-Rock Pionieren FETISH 69 zugange war.

(http://xmist.wordpress.com)

Die Musik von "The Striggles" ist hervorragend einordenbar und lässt sich ad hoc in zwei kurzen Sätzen beschreiben. Kein Wunder, passt diese Band doch locker in vorgefertigte Schubladen. Es ist gar nicht notwendig die Musik zu hören - zwei Sätze reichen und und man kann sich die 08/15-Sosse eh vorstellen. ( Eigentlich reicht "Rock").

Die einzelnen Bandmitglieder sind nicht voneinander zu unterscheiden. Eine handvoll Bands mögen sie zwar, diese sind aber für "The Striggles" nicht Vorbilder, sondern werden einfach billigst kopiert.

In Zeiten, in denen so viele Bands auf anstrengendste Art und Weise idealistisch und eigenständig arbeiten, stechen "The Striggles" so mit ihrem "Allerwelts-Rock" auf angenehme Weise heraus.

"The Striggles" scheissen übrigens auf Fans und von den wenigen die sie haben wollen sie mit Nachnamen und per Sie angesprochen werden.

Ideologiefrei sind sie auch, äusserst leicht zu konsumieren, tun fast niemanden weh und so wandlungsfähig, dass sie sich blitzartig jedem beliebigen Trend anpassen können. Sie sind ausgesprochen faul und verbrauchen nur sehr wenig Steuergelder.

Die Band spielt wie Bon Jovi und der Sänger ist von Bryan Adams kaum zu unterscheiden. Und umgekehrt.

Sie sind nicht lästig, denn von dieser Truppe wird man auch in Zukunft nicht so oft hören!

Spielt man ihre Platten verkehrt ab, erlebt man keine besonderen Überraschungen.

(Info- und Pressetext "The Striggles" 2011)

The music of "The Striggles" is quite easy to classify. Actually, two short sentences can describe it - and it's no wonder, since this band fits perfectly into prefabricated drawers. It is not necessary to listen to their music at all, two sentences are enough to let you imagine the run of the mill sauce.

(Most probably you just could name it "Rock").

The band members are completely indistinguishable from each other.

"The Striggles" like a handful of bands and they simply copy them cheaply instead of admiring them as role models.

In times like these, many bands are trying strenuously to work in an idealistic and autonomous manner - but not "The Striggles", they catch one eye with their Very Common Rock in a pleasant way.

By the way, "The Striggles" give a shit about their fans. They insist on being formally addressed with family names and titles of courtesy from few fans they de facto have.

They are free from ideologies, they are incredibly easy consumable, they almost do no harm to anybody in any way - and they are so adaptable, that they can respond to every new trend in a lightning speed. And they surely will.

They are also exceptionally lazy and they waste very little taxpayer's money.

The band plays like Bon Jovi, and the singer is barely to differentiate from Bryan Adams. And vice versa.

They can not be annoying, because you won't hear about this band so often in the future.

You are going to experience no particular surprises if you play their records backwards.

(Info & Press Text 2011, translated by Irina Karamarkovic)

THE STRIGGLES "cold song" - noise appeal 10"

Die drei Stücke haben es in sich: The Striggles, ein Grazer Quartett, das bislang an der subtilen Dekonstruktion von Hardcore und Blues gearbeitet hat, gehen es diesmal noch die Spur konzeptueller an. Und werden dabei noch besser. Gut, es sind Coverversionen, die Umsetzung allerdings ist nicht nur originär und kunstvoll, obendrein gilt: Jeder Song ist ein eigener stilistischer Biotop, die Striggles legen sich nicht als Striggles über die Stücke, nein, sie erfinden sich für jedes beinahe schon neu. UrheberInnen der Coverversionen sind Henry Purcell, Nina Hagen und Erik Satie. Der "Cold Song" von Purcell stammt aus der Oper "King Arthur", die Ende des 17.Jahrhunderts entstanden ist. Eventuell kennt man den "Cold Song" auch in der Version von Klaus Nomi. Messerscharfe Riffs, warm-brutzelnde Gitarrenwände, eine Arie für den Avantrock-Freund. "Wau-Wau" von Nina Hagen wird gnadenlos in Hardcore-Manier eingeprügelt, die feinen Zwischentöne machen's aus. Zu guter Letzt noch der Satie, sein Stück "Je Te Veux", ursprünglich ein langsamer Walzer, und ja, auch schwofen können sie, die Striggles. Das Cover stammt vom deutschen Grafiker und Künstler Matthias Picket, es steht den Songs um nichts nach.

(Megaphon Dezember 2010, Tiz Schaffer, Platte des Monats)

2200

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